Schwemmholz

Autor: Ulrich Ritzel
Verlag: Libelle
ISBN: 3-909081-89-4
erschienen: 2000 deutsch
Inhalt: In Ulm ist nichts so wie es sein soll: Mord, Mafia und Korruption. Die Geschichte beginnt "ganz harmlos" mit einem Brandanschlag auf eine Baustelle, deren Täter die Polizei anfangs im rechtsradikalen Milieu vermutet. Nach deren Freispruch passieren Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zutun haben: Ein Abrissobjekt explodiert und hinterlässt einen ersten Toten. Auf Kommissar Berndorf wird ein Anschlag verübt, ein Dealer und ein Gerichtsangestellter verschwinden. Zwei rivalisierende Architekten scheinen die Hauptfiguren zu sein, doch es dauert lange, bis die Ulmer Polizei die richtigen Schlüsse ziehen kann. Tatverdächtige werden verhaftet und wieder freigelassen oder sind plötzlich selber tot. Zuvor randständige Figuren treten in den Vordergrund und die Ermittlungen gehen neue Wege. Berndorf und seine Assistentin Tamar Wegenast wühlen sich durch Dreck und Schlamm, bis sie letztlich den ganzen Sumpf ausgehoben und den /die Schuldigen gefasst haben.
Bewertung:
Da wächst zusammen , was zusammen gehört. Was zu
Beginn wie ein wirres Nebeneinander verschiedener Erzählebenen und
Inhaltsstränge anmutet, fügt sich im Laufe der Geschichte zu einem Ganzen
zusammen. Kommissar Berndorf muss sich lange gegen den Ulmer Sumpf aus
Korruption und Klüngeleien bis hin ins Ministerium zur Wehr setzen, bis nach
und nach die Puzzleteile ein Bild ergeben.
Getragen wird die Geschichte deutlich von der Figur des Kommissars Berndorf
- kontrastiert noch in der Kombination mit seiner jungen Kollegin.
Berndorf ist stur und meist wortkarg, aufmüpfig seinen Vorgesetzten
gegenüber und mit einer Berliner Professorin leiert. Dieser Fall wird sein
Letzter sein, so seine Reaktion auf den Anschlag gegen ihn und die
vermaledeiten Auseinandersetzungen mit seinem Chef. Nein, die Verbrechen in
dieser Welt ist nicht sein (mehr) seine Welt. Lieber liest er Lichtenberg.
Doch so ganz kalt lassen ihn diese Verbrechen und die anfänglichen
Ungereimtheiten dann doch nicht. In klassischer "lonesome-detective-Manier"
löst er den Fall zuerst kombinierend im Kopf, dann in der Ausführung mit
Hilfe der Kollegen. Ob er noch weiterhin Polizist bleiben und für Ordnung in
und um Ulm herum sorgen wird, bleibt offen.
Insgesamt ein detailreicher und spannender Krimi aus dem Schwabenland, den
ich mir gut auch als Tatortfolge aus Stuttgart vorstellen könnte. Das
szenenartig geschriebene Buch bietet hier eine gute Grundlage.
![]()
27.08.2001 © Thomas S.
Bewertung: Ich mag die Krimis nicht. Es sind zu viele Personen, zu viele Orte miteinander verstrickt, die das ganze zu kompliziert machen. Nur der Charakter Berndorfs und seiner Assistentin Tamar machen die Krimis erträglich!
![]()
08.01.2004 © Silke S.