Ulf Miehe

Ulf Miehe, 1940 geboren, aufgewachsen in Berlin, Westfalen und an der Nordseeküste, machte zunächst eine Ausbildung als Buchhändler in Bielefeld. Nach einigen Jahren als Verlagsvolontär und Lektor in Gütersloh zog er 1965 nach Berlin und arbeitete dort als Autor, Übersetzer, Regieassistent, Statist und Synchronsprecher. Nach frühen Gedichten veröffentlichte Miehe 1968 als Koautor von Clark Dalton zwei Science Fiction-Romane. Es folgten eine Reihe verschiedener Erzählungen, Prosatexten und Gedichten, bevor 1972 Miehe seinen ersten Kriminalroman veröffentlichte: „Ich habe noch einen Toten in Berlin (Piper-Verlag). Dieser Roman wurde in 11 Ländern (darunter USA, Spanien, England, Italien, Schweden, Türkei, Dänemark, Norwegen, Holland) übersetzt und erhielt den Literaturförderpreis der Bayerischen Akademie für Künste. Der Roman wurde von Michael Fengler unter dem Titel „Outout“ verfilmt. Seit 1968 arbeitete Miehe auch sehr erfolgreich als Drehbuchautor und Regisseur (u.a. für „Der Fahnder“ und den Tatort). Für seinen Kinofilm „John Glücksstadt“ erhielt Miehe 1975 den Bundesfilmpreis für Regie und sein Hauptdarsteller Dieter Laser bekam den Bundesfilmpreis als bester Schauspieler. 1976 folgte der „Puma“ (Piper-Verlag) und 1981 „Lilli Berlin“ (Piper-Verlag). Von diesen drei Romanen ist „Puma“ aufgrund seiner Inszenierung am stärksten für das Kino geeignet (Miehe versuchte sogar Lino Ventura für die Rolle des Franz Morgenroth zu gewinnen) und ist es dann trotzdem nicht geworden. Die Puma-Verfilmung scheiterte zur Zeit der Schleyer-Entführung. Es folgten weitere Romane und Kriminalerzählungen. 1989 starb Ulf Miehe in München.

  erschienen 
Ich habe noch einen Toten in Berlin 1973 Piper
Puma 1976 Piper
Lilli Berlin 1981 Piper
Ein Toter schießt nicht, Kurzgeschichte 1982 Heyne

23.03.2001 © Thomas und Martina Fink und Claus