Interview mit Andrea Klier



TOM: Hallo Frau Klier schön, dass Sie Interesse haben zu einem Interview bei der Krimiwebseite "TOMS Krimitreff". Können Sie ein wenig über sich erzählen?

Andrea Klier: Gern! Am besten fange ich damit an, dass ich bereits mit elf Jahren Schriftstellerin werden wollte. Obwohl ich schon damals kurze (äußerst kurze) Romane verfasst habe, verlief mein Leben zuerst in eine ganz andere Bahn. Da mich nach meiner Schulzeit viele Bereiche interessiert haben, lernte ich zunächst in der Uniklinik in Heidelberg den Beruf der Hebamme. Dabei blieb ich 24 Jahre, meist in freiberuflicher Tätigkeit. Ab 1997 begann ich nebenbei mit dem Schreiben. Zuerst fing ich bei einer Zeitung an, später schrieb ich für Zeitschriftenverlage Kurzgeschichten und Kurzkrimis. An meinen ersten Roman wagte ich mich 1995, doch mein Erstlingswerk wurde erst nach knapp sieben Jahren Verlagssuche veröffentlicht.

Danach ging es mit anderen Romanen weiter, und ich schrieb auch bei einer Arztserie mit, bei der ich mein medizinisches Wissen prima unterbringen konnte. 2013 kam ich dann zum Krimi-schreiben, was ich sehr spannend finde.Ansonsten beschäftige ich mich mit alternativer Medizin, Psychologie, Mystik und Okkultismus. Ich bin verheiratet und habe eine erwachsene Tochter, gehe gern in einsamen Gegenden spazieren, schätze Ruhe und Stille und mag Blumen und Bäume, die mich immer inspirieren. Ich beobachte gern Tiere in freier Natur, auch kleine, wie Bienen und Hummeln, und natürlich die Störche in ihrem Nest vor unserem Haus.

 

TOM: 2013 erschien mit Blütenmord Ihr erster Kriminalroman im Klarant-Verlag. Welchen Antrieb hatten Sie, einen Kriminalroman zu schreiben?

Andrea Klier: Ich liebe spannende und raffinierte Geschichten bei denen es um ein Geheimnis geht, das im Laufe der Handlung aufgeklärt werden muss. Am liebsten mag ich Romane, oder auch Filme, bei denen ich mitdenken und selbst überlegen kann.Einen Kriminalfall entwerfen und schreiben, wollte ich schon immer, bedingt durch andere Aufträge hatte sich zeitlich nur nie eine Gelegenheit ergeben, das einmal zu versuchen.Da ich Geheimnisse und Rätselhaftes mag, habe ich in einigen meiner Geschichten eine Suche mit eingebaut, oder meinen Protagonisten eine Aufgabe gestellt, die es zu lösen galt.Als ich dann für den Klarant Verlag einen Nordsee-Roman schreiben sollte, war die Idee plötzlich da. Meine Protagonistin war eine Detektivin, die sich nach einem Urlaub sehnte, ihr Patenonkel in Köln Hauptkommissar, der nicht im hohen Norden ermitteln durfte und daher sie, die Protagonistin, in einen undercover-Urlaub nach Ostfriesland schickte. Und schon steckte ich mitten in meinem Fall.

 

TOM: Mit den Lazarusmorden begann die Ermittlungsarbeit von Kommissar Holjansen, der in der schwarzen Perle auch seinen 2. Fall lösen durfte. War das jetzt der Beginn einer Serie? Dürfen die werten Leser auf mehr Fälle von Hauke und Rosa hoffen?

 

Andrea Klier:  Ja, das war der Beginn einer Serie, in der die Kommissare Hauke Holjansen und sein Freund und Kollege Sven Ohlbeck ermitteln.Im Augenblick bin ich wie bei einem Schachspiel dabei, meine Figuren in Position zu bringen.Rosa wird auch immer wieder bei den Fällen ihres Bruders eine Rolle spielen, nur im nächsten Roman, einem Fall, bei dem es um verschwundene Kinder geht, ist sie nicht dabei. Dafür wird eine andere Figur aus dem Umfeld von Kommissar Hauke Holjansen näher vorgestellt.Die Romane sind trotzdem alle so aufgebaut, dass sie einzeln und jeder für sich gelesen werden können.

 

TOM: Ihre Krimiserie ist in Norden beheimatet, wie führen Sie die Recherchen durch?

Andrea Klier: Online oder vor Ort oder eventuell andere Hilfsmittel.Momentan läuft sehr viel Online, allerdings arbeite ich teils auch aus der Erinnerung und auch mit Büchern und Reiseführern.Sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt, wird auch wieder eine Recherche vor Ort kommen, sie ist fest eingeplant.

 

TOM : Wie sieht Ihr Tagesablauf aus, wenn Sie dabei sind einen Kriminalroman zu schreiben?

Andrea Klier: Aufstehen und frühstücken, das mag ich gern ohne Hektik. Danach wird aufgeräumt und Ordnung gemacht, was ich schon zum Nachdenken nutze. Erst danach geht es an den Computer. Ich schreibe dann bis zum Nachmittag und gehe danach mindestens eine Stunde oder anderthalb spazieren. Danach arbeite ich weiter bis zum Abendessen.

 

Manchmal wird das Schreiben unterbrochen, vor allem, wenn ich mir etwas überlegen muss. Da marschiere ich dann durch den Garten, oder setze meine Arbeit mit Papier und Bleistift fort, manchmal auch draußen. Je nachdem, ob eine Fahnenkorrektur oder ein Abgabetermin ansteht, kann es sein, dass ich noch nach dem Abendessen schreibe oder entsprechende Kapitel bearbeite.

 

TOM: Haben Sie einen Lieblingsautor oder einen Autor der als Vorbild dient.

Andrea Klier: Als meine Lieblingsautorin könnte man Georgette Heyer bezeichnen, ich mag ihre Romane, die zur Zeit des Rokoko oder Biedermeier spielen, genauso wie ihre Krimis. Ansonsten bevorzuge ich niemand Bestimmten, es gibt einfach viele und sehr gute Autoren, auch im deutschsprachigem Raum.Momentan bin ich ein Fan von den neuen Agatha Christie Verfilmungen mit David Suchet als Poirot und Geraldine McEwan als Miss Marple. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Regisseure und Drehbuchautoren die Romanvorlagen umgesetzt haben.

 

TOM: Viele Autoren nutzen Social Communities um mit ihren Lesern in Kontakt zu kommen bzw. zu bleiben. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Andrea Klier: Da bin eigentlich zurückhaltend, denn es geht um die Romane und die Figuren darin und nicht um mich. Ich bin auch gar nicht bei Facebook und einen Blog betreibe ich auch nicht, wobei ich mir das mit dem Blog noch für bestimmte Themen offenhalte, aber alles ist auch ein zeitliches Problem. Kontakt zwischen mir und meinen Lesern ist jedoch über die E-Mail Adresse meiner Homepage möglich. Ich glaube ganz fest an einen geistigen Kontakt zwischen Autor und den Lesern, die seine Romane mögen, denn offensichtlich schwingen beide dann auf einer gleichen oder ähnlichen Wellenlänge.

 

TOM: Was war es für Sie für ein Gefühl, ein Buch von Ihnen im Handel zu sehen?

Andrea Klier: Das war nach fast sieben Jahren Verlagssuche etwas ganz Besonderes.Ich war damals vor allem dankbar, dass es geklappt hatte, einen Verlag zu finden, denn es gibt viele, die es nicht schaffen, trotz guter Manuskripte.

 

TOM: Wann wird denn der dritte Fall um Hauptkommissar Holjansen erscheinen?

Andrea Klier: Das Manuskript ist bereits im Lektorat. Wann genau der Roman erscheinen wird, weiß ich leider nicht, das kommt auf das Arbeitspensum des Lektors an, ich denke aber, dass es irgendwann im Laufe des Frühjahrs klappen wird.

 

TOM: Vielen Dank für das interessante Interview. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe Sie schauen ab und zu bei TOMS Krimitreff vorbei. 

Andrea Klier: Das tue ich auf jeden Fall, und ich habe mir auch schon etliche Titel von Kollegen notiert. Der Krimitreff ist eine tolle Idee. Herzlichen Dank auch von meiner Seite für das nette Interview und weiterhin viel Erfolg.

 

 

Die Rezension zu " Die schwarze Perle"

 

© 13.04.15 Thomas Fink

 

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