TOMS Krimitreff

Autor Thema: Simon Kernick: "Gnadenlos"  (Gelesen 1774 mal)

Magellan

  • Gast
Simon Kernick: "Gnadenlos"
« am: 26. September 2009, 17:29:14 »
„Meine Damen und Herren! Willkommen an Bord des Überschallthrillers „Gnadenlos“!
Ihr Pilot Simon Kernick wünscht Ihnen mitsamt seiner Crew einen fulminanten Flug…“
So oder ähnlich könnte man eine Werbung zu „Gnadenlos“ überschreiben, denn was Simon Kernick hier abliefert, ist wirklich wie „mit voll durchgetretenem Gaspedal“ geschrieben, wie Harlan Coben auf dem Umschlag ankündigt.
Unmittelbar wird man in eine Handlung geworfen, die, bis auf den Schluss, an eine rasante Achterbahnfahrt erinnert.
Thomas Meron, Softwareverkäufer, erhält eines Nachmittags einen Anruf eines ehemalig engen Freundes, der ihn flehend um Hilfe bittet. Noch bevor Meron erfährt, was eigentlich los ist, hört er, wie der Freund im Todeskampf Merons Adresse hervorstößt. Panisch, jedoch ohne einen Anhaltspunkt, was genau vonstatten geht, packt Meron seine beiden Kinder und flüchtet aus dem Haus, nicht umsonst, wie sich kurz darauf zeigt. Meron stürzt in einen Abgrund, den er nur sehr langsam begreifen kann . . .

Parallel dazu muss DCI Mike Bolt mit seinem Team einen angeblichen Selbstmord an einem hohen Richter der Krone bearbeiten. Das einzige Indiz, dass dieser Theorie entgegensteht, ist die nicht unwesentliche Tatsache, dass der Abschiedsbrief des Richters ohne Unterschrift und auf dem Computer geschrieben wurde und exakt denselben Wortlaut hat wie der Abschiedsbrief eines Polizisten, der sich selbst getötet hatte. . .

Mehr soll nicht von der Handlung verraten werden, aber „Gnadenlos“ ist zweifellos ein High-Speed-Thriller, bei dem mensch an manchen Stellen fast das Atmen vergisst. Sprachlich ist das Buch auf einem angenehmen Niveau. Der Schluss verliert etwas an Verve, kann aber mit einem kleinen finalen Knall-Effekt aufwarten. Wer nicht den „Heiligen Gral“ erwartet, sich aber dennoch gut unterhalten lassen will, ist mit „Gnadenlos“ bestens bedient.