Die Hüterin der Spuren

Autor: Thomas Perry
Verlag: Piper
ISBN: 3-492-25683-X
erschienen: 1998 deutsch (von Fritz R. Glunk) 1995 englisch
Inhalt mit Bewertung : Jane Whitefield lässt Menschen verschwinden - solche, die dies ausdrücklich wünschen und die ihr nach geglücktem Identitätswechsel ein angemessenes "Geschenk" zukommen lassen. Frauen, die vor ihren reichen, gewalttätigen Ehemännern fliehen; Gauner wie Harry Kemple, deren Existenz machthungrigen Unterweltbossen ein Dorn im Auge ist; Buchhalter wie John Felker, die eines Tages zu tief in die Kasse des Arbeitgebers langen. Thomas Perry lässt seine Heldin geschmeidig in einem gigantischen Netzwerk von Kleinkriminalität, raffinierten Fälscherbanden und fingierten Spuren agieren. Die Handlung ist komplex aufgebaut, aber immer nachvollziehbar. Seine Schilderungen sind ausgeklügelt, aber realistisch, so dass man sich als LeserIn vorstellen kann, dass das alles tatsächlich funktionieren könnte ("Untertauchen in den USA - ein Leitfaden für ihres alten Lebens Überdrüssige"). Jane kennt die raffiniertesten Tricks ihres Dienstleistungsgewerbes der besonderen Art, bleibt sich dabei jedoch immer ihrer indianischen Wurzeln bewusst: Traumbotschaften und Schutzgeister gehören ebenso gleichberechtigt zu ihrer Welt wie Schusswaffen und Flugtickets. Doch sie ist keineswegs ‚cool' und unfehlbar. Perry hat keinen hardboiled-Roman geschrieben. Im Gegenteil. Jane ist emotional angreifbar, wenn sie erkennt, betrogen worden zu sein. Zwar agiert sie oft mit unerschütterlicher Souveränität haarscharf am Rande des legal machbaren, doch manchmal bewusst jenseits dieser Grenze, denn Jane nimmt Rache, wenn es sein muss. Eines der besten Krimimotive überhaupt. Und eine der herausragendsten Krimifiguren.
Maria, Bernd
26.09.00 © Fevvers
Mira
MLena